1798 brachte die französische Revolution auch in der Eidgenossenschaft den Zusammenbruch der alten Ordnung: Das reiche Rapperswil verlor die ehemaligen Untertanengebiete, diese wurden frei und selbständig. Napoleon verfügte die Neueinteilung der eidgenössischen Kantone: ein Kanton Linth umfasste nun unter anderen Gebieten die Linthebene, die schwyzerische March sowie Glarus. Rapperswil war einige Wochen sogar die Hauptstadt dieses neuen Kantons.
Doch hatte diese erzwungene Einteilung keinen Bestand: Bereits fünf Jahre später erfolgte wieder eine Neuaufteilung, 1803 entstand der Kanton St. Gallen, dem Rapperswil und Jona als westlichste Gemeinden zugeteilt wurden.
Um 1830 fielen Tore und Mauern dem Durchgangsverkehr zum Opfer und für die neuen Dampfschiffe musste ein grösserer Hafen gebaut werden. 1859 verkehrte der erste Eisenbahnzug auf der Linie Rüti-Rapperswil-Weesen. 1878 fuhr auch der erste Zug über den neuen steinernen Seedamm, der die alte Holzbrücke ersetzte.
In diesen turbulenten Zeiten wurden die ersten Fabriken errichtet: Spinnereien, Webereien und Färbereien, eine Hammerschmiede und eine Eisengiesserei entstanden entlang des Stadtbachs, der die notwendige Energie lieferte.
Die verkehrsgünstige Lage brachte es mit sich, dass 1919 der Schweizer National-Circus der Gebrüder Knie seinen Sitz samt Winterquartier in Rapperswil errichtete. Dieses Unternehmen hatte sich aus der 1803 gegründeten österreichischen Seiltänzer- und Künstlerdynastie entwickelt und befindet sich heute in den Händen der achten Generation.
In den vergangenen 200 Jahren haben sich die beiden Gemeinden völlig verschiedenartig entwickelt. Während Rapperswil auf Grund der räumlichen Begrenzung auf 1,72 km2 nur sehr beschränkt am Bevölkerungswachstum teilhaben konnte, erlebte Jona seit dem Ende des 2. Weltkrieges einen ausgesprochenen Boom. Bevorzugte Wohnlagen wie auch grosszügigie Industriezonen begünstigten das Wachstum an Einwohnern, Arbeitsplätzen und nicht zuletzt auch an Finanzkraft.
Zahlreiche Firmen wie Geberit, Holcim, Feinstanz, Weidamnn, Auparc oder Vinora haben nicht zuletzt aufgrund dieser Vorteile ihren Standort nach Jona und Rapperswil verlegt.
Die Gemeinde Jona war mit 20,73 km2 mehr als 12 Mal so gross wie Rapperswil. Sie hatte über 17'000 Einwohner. Die beiden Gemeinden waren baulich zusammengewachsen; die Grenzen nicht erkennbar, im gesellschaftlichen Leben gab es sie gar nicht mehr. Die Schulen waren zum Teil gemeindeübergreifend organisiert und grössere Projekte in den Bereichen Planung, Verkehr, Sport, Umweltschutz, betrafen oft beide Gemeinden und wurden deshalb gemeinsam und in gegenseitiger Absprache in Angriff genommen. Am 30. November 2003 stimmten die Bürgerschaften von Rapperswil und Jona einer Initiative im Grundsatz zu, wonach die beiden Gemeinden auf den 1. Januar 2007 vereinigt werden sollen.
Quelle: Gemeinde Rapperswil-Jona